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Geschichte

Geschichte des Evangelischen Diakoniewerkes

Angefangen hat es am 1. Februar 1886: die Diakonissenanstalt, gegründet durch Pfarrer Hermann Faulhaber, nahm in Schwäbisch Hall ihre Arbeit auf. Die erste Oberin war Sofie Pfitzmajer. Junge Frauen wurden ausgebildet, um kranke Menschen in den Gemeinden des Hohenloher Landes zu versorgen. Ihren diakonischen Dienst verstanden sie als gelebte Antwort auf die Herausforderung menschlicher Not aufgrund des Evangeliums. Das Diakonissenhaus in Schwäbisch Hall bot den Schwestern Ausbildung und Heimat. Die ersten Gemeindestationen wurden in Langenburg, Dörzbach und Schwäbisch Hall eröffnet. Bis 1890 erhielt jeder fränkische Dekanatsbezirk eine Gemeindestation mit Haller Schwestern. Mit dem Oberamt Hall wurde vertraglich vereinbart, daß auch ein Krankenhaus zur Diakonissenanstalt gehört, zunächst mit 30 Betten. Die medizinische Versorgung lag bei den Herren Dr. Dürr senior und junior. Dank der Unterstützung durch den Johanniterorden wurde 1890 das Johanniterhaus für kranke Kinder gebaut. Im Jahr 1899 wurde Pfarrer Faulhaber aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten durch Pfarrer Gottlob Weißer abgelöst. Ihm gelang es, die Diakonissenanstalt auf eine solide finanzielle und organisatorische Grundlage zu stellen.

1900 wurde als weiterer Arbeitszweig die Behindertenarbeit aufgenommen. 1912 wurde das Gottlob-Weißer-Haus als „Schwachsinnigenheim“ gebaut, in dem 500 behinderte Frauen und Kinder lebten. Die Zahl der Diakonissen wuchs von 1900 bis 1911 von 72 auf 213. 1906 wurde das Mutterhaus gebaut.

Von 1904 an wurden in der Diakonissenanstalt auch alleinstehende pflegebedürftige Frauen aufgenommen. 1934 wurde das Nikolaihaus (früher städtisches Krankenhaus) als Altersheim übernommen.

Diese Geschäftsbereiche - Ambulante Dienste, Ausbildung in Pflegeberufen, Krankenhaus und Altenhilfe - bestehen bis heute. Sie haben sich aber im Lauf des 20. Jahrhunderts stark gewandelt: Das Netz der Gemeindestationen erweiterte sich stetig von 34 im Jahr 1899 auf heute 132. Heute sind die Schwestern und Pfleger in Diakonie-Sozialstationen tätig.

Die Krankenpflegeausbildung schließt seit 1924 mit einem staatlichen Examen - dieses Datum ist somit die Geburtsstunde der Krankenpflegeschule. 1948 wurde eine Kinderkrankenpflegeschule gegründet. Rund 3000 Schülerinnen und Schüler haben bis 1999 ihre Ausbildung an den Pflegeschulen absolviert.

Das Krankenhaus erlebte einen Quantensprung mit dem Bau des „Hochhauses“ (1931-38). Heute ist das Diakonie-Krankenhaus ein Haus der Zentralversorgung mit 492 Betten in 21 Kliniken und Instituten.

Die Behindertenarbeit erfuhr in der Diakonissenanstalt durch die Zwangsräumung im 3. Reich einen schmerzhaften Einschnitt. Im Jahr 1940 wurden 256 Heimbewohner nach Weinsberg gebracht und von dort aus in die Gaskammern geführt. Mit den Überlebenden ging die Behindertenarbeit weiter. 1980 wurde die Behindertenhilfe mit der Gründung von Heim Schöneck(161 Plätze) wieder stark ausgebaut.

Im Jahr 2012 wurde die Behindertenhilfe an den Sonnenhof Schwäbisch Hall e.V. abgegeben.

Die Altenhilfe wurde 1980 ausgebaut, als das Gottlob-Weißer-Haus in ein Wohn- und Pflegestift umgewandelt wurde. Heute gibt es 5 Häuser der Diak-Altenhilfe:

  • Gottlob-Weißer-Haus Schwäbisch Hall
  • Haus Sonnengarten Schwäbisch Hall-Hessental
  • Emma-Weizsäcker-Haus Creglingen
  • Lotte-Gerok-Haus Lauda-Königshofen
  • Lene-Hofmann-Haus Weikersheim.

Das Diakoniewerk wurde von den Diakonissen aufgebaut und geprägt. 1930 lebten und arbeiteten hier 498 aktive Diakonissen. In den sechziger und siebziger Jahren fand in der Schwesternschaft eine Neuorientierung statt. Die "Gemeinschaft der Haller Schwestern und Pfleger" mit Diakonissen, Diakonischen Schwestern und Brüdern wurde gegründet - sie hat heute über 1000 Mitglieder. Das "Diakonissenhaus" entwickelte sich zum "Diakoniewerk".  Das Diak ist der zweitgrößte Arbeitgeber im Kreis Schwäbisch Hall.

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