Das Diak:
Aktuelles
Der Sonnenhof übernimmt die Diak-Behindertenhilfe
Umfassendes Angebot für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Schwäbisch Hall künftig aus einer Hand
Mit der Zusammenführung ihrer Einrichtungen zum 1. September 2012 konzentrieren die beiden diakonischen Träger ihre Angebote für Menschen mit Behinderung künftig unter dem Dach des Sonnenhof e.V. Die Behindertenhilfe des Evangelischen Diakoniewerkes Schwäbisch Hall e.V. (Diak) verfügt über fast 200 Plätze für erwachsene Menschen mit Behinderung und ergänzt das jetzige, bereits sehr differenzierte Angebot des Sonnenhofes für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Alle Mitarbeitenden der Diak-Behindertenhilfe werden vom Sonnenhof übernommen.
„Mit ihren etwas unterschiedlichen Schwerpunkten in der Behindertenhilfe ergänzen sich die Angebote des Diaks und des Sonnenhofes sehr gut“, erläutern Pfarrer Rudolf Schmid, Theologisch-Pädagogischer Vorstand des Sonnenhofes und Pfarrer Hans-Joachim Lenke, Vorstand des Diakoniewerkes Schwäbisch Hall. Während im Sonnenhof vor allem Kinder, Jugendliche und jüngere Erwachsene betreut werden, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe im Diak große Erfahrungen in der Betreuung und Pflege von Erwachsenen mit Behinderung, insbesondere von Menschen im Seniorenalter. Durch die demografische Entwicklung, aber auch durch die zunehmende Zahl der Menschen, die in den Einrichtungen der Behindertenhilfe alt werden, nimmt der Bedarf an Betreuungsangeboten für geistig und mehrfach behinderte ältere Menschen kontinuierlich zu. Mit der Zusammenführung der Angebote erhalten Menschen mit Behinderung in jeder Lebensphase künftig die für sie notwendige differenzierte Unterstützung aus einer Hand.
„Da der Sonnenhof wie das Diak unter dem Dach der Diakonie und unter einem christlichen Leitbild arbeitet, wird sich durch die Übernahme unserer Einrichtungen für die betreuten Menschen mit Behinderung und für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nichts ändern“, sagt Diak-Vorstand Lenke. Stellenschlüssel, Gehaltstarife und Sozialleistungen für die Mitarbeitenden sind in beiden Unternehmen gleich. Durch den Zusammenschluss werde zudem eine Konkurrenz- oder Wettbewerbssituation zwischen den beiden diakonischen Trägern vermieden. Nach Zustimmung durch die Gremien der beiden diakonischen Träger haben die Partner am 10. Juli die Übernahmeverträge unterzeichnet.
„Die Behindertenhilfe befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess“, berichtet Heinz Schüle, Kaufmännischer Vorstand des Sonnenhofes. Wurden Menschen mit Behinderung früher eher außerhalb der Gesellschaft, in größeren Heimen am Rande der Städte betreut, stehen heute die Inklusion dieser Menschen in unserer Gesellschaft, Teilhabe und Partizipation im Vordergrund. „Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderung zu unterstützen, ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen.“ So sind in den letzten Jahren unter anderem ambulante Betreuungskonzepte und kleine dezentrale Wohngruppen entstanden. „Der Prozess der Veränderung in der Behindertenhilfe ist aber noch lange nicht abgeschlossen und fordert viel Kraft von den Mitarbeitenden in den Einrichtungen“, erläutert Pfarrer Lenke. Deshalb sei es wichtig, die Kräfte zu bündeln und Synergien durch den Zusammenschluss zu heben, Erfahrungen und Know-how aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu nutzen. Der Zusammenschluss der Behindertenhilfe-Einrichtungen ist deshalb aus Sicht der Vorstände von Diak und Sonnenhof der konsequent richtige Schritt. „Im Diak können wir uns damit künftig auf die nicht minder großen Herausforderungen des Gesundheitswesens und unser geplantes Klinik-Neubauprojekt konzentrieren“, fügt Hans-Joachim Lenke hinzu.
Der Sonnenhof wurde 1966 auf Initiative des Diaks als eigenständiger Verein gegründet. Auf dem damaligen Grundstück des Diaks entstand eine Einrichtung zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. In der Diak-Behindertenhilfe lebten damals Erwachsene mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die die Euthanasie der Nazi-Zeit überlebt hatten. Sonnenhof und Diak arbeiteten in der Behindertenhilfe seitdem intensiv zusammen. Gemeinsam gründeten sie die Evangelische Fachschule für Heilerziehungspflege auf dem Gelände des Sonnenhofes. Weitere Gesellschafter sind hier die Evangelische Stiftung Lichtenstern und die Diakonie Stetten. Aufgrund der demografischen Entwicklung kam im Sonnenhof 1997 neben der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung der Erwachsenenbereich hinzu. Heute bietet der Verein Sonnenhof ein breites Spektrum in der Behindertenhilfe mit Offenen Hilfen, der Familienpflege, dem Kindergartenintegrationsdienst, der Interdisziplinären Frühförderstelle, Kurzzeitpflege und differenzierten ambulanten und stationären Wohnangeboten auch in vielen Außenwohngruppen, mit Einrichtungen für die Tagestruktur, der Sonnenhofschule und integrativen Kindergärten. Die 730 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen in den Sonnenhof-Einrichtungen rund 900 Menschen mit Behinderungen. Hinzu kommt eine große Zahl von Menschen im Landkreis Schwäbisch Hall, die über die Offenen Hilfen des Sonnenhofes begleitet werden.
Die Behindertenhilfe des Diaks konzentrierte sich mit 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf die Betreuung von Erwachsenen, vor allem auf die zunehmende Zahl pflegebedürftiger Senioren. In der Wohnanlage Schöneck im Stadtteil Schwäbisch Hall-Teurershof ist Platz für 114 erwachsene Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Am Standort Vellberg stehen 42 Wohnplätze zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot der Diak-Behindertenhilfe durch das Wohnhaus Stauferstraße mit 24 und das Wohnhaus Vogelsang im Stadtteil Rollhof mit sieben Plätzen.

